
Die Eidgenossenschaft ist seit Jahrhunderten neutral. Die dauernde Neutralität wurde 1848 als Grundpfeiler der Sicherheitspolitik in der ersten Bundesverfassung gefestigt und wird seither von der Landesregierung verantwortungsvoll gelebt. Für ihre Aufgabe als Friedensförderin braucht die Schweiz Handlungsspielraum. Die vorliegende Neutralitätsinitiative will jedoch genau diese bewährte Flexibilität der Schweizer Neutralität einschränken und ihr ein starres Verfassungskorsett aufzwängen. Die Initianten fordern mehr Eigenständigkeit der Schweiz und warnen vor unnötigen Fesseln durch Gesetze und internationale Vorgaben. Eine starre Auslegung unserer Neutralität bewirkt jedoch das Gegenteil und hindert die Schweiz in der Ausübung der Friedensförderung. Unser Land beteiligt sich nicht an Kriegen. Gleichzeitig übernimmt die Schweiz als UNO-Mitglied Verantwortung und trägt Sanktionen gegen Staaten mit, die das Völkerrecht schwer verletzen. Diese ausgewogene Haltung macht die Schweiz zu einer glaubwürdigen Partnerin für Dialog und Friedensbemühungen. Ein NEIN zur Neutralitätsinitiative stellt sicher, dass dies auch künftig so bleibt.
Karin Kälin
Leserinnenbrief publiziert im Oltner Tagblatt vom 24. August 2026 sowie im Wochenblatt für das Schwarzbubenland und das Laufental vom 27. August 2026 - KW 35- Seite 21

